Energiepreise zu hoch?

Die Tarife für die Kunden von Strom und Gas sind seit Herbst 2021 und dem Beginn der Drosselung russischer Gaslieferungen nach Europa deutlich gestiegen und seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine stieg er noch weiter an.

Doch schon geraume Zeit ist zu beobachten, daß laut Bundesnetzagentur die Großhandelspreise in Deutschland nur noch bei 16,47 Euro je gehandelter MWh und somit bei 1,65 Cent je kWh liegen – gegenüber dem Höchststand vom 16.12, an dem der Strom mit 448,9 Euro je MWh (44,8 Cent je kWh) gelegen ist.
Nun sind dies aber keine verläßliche Zahlen, denn der Energiemarkt ist ständigen Wechselwirkungen unterworfen.
Einfluß nehmen darauf viele Faktoren von der jeweiligen Wetterlage bis zum aktuellen Angebot auf dem international verbundenen Energiemarkt.
Deshalb lag der Preis am Spotmarkt für elektrischen Strom auch zwischen 6,9 und 8,8 Cent je kWh.
Dennoch ist im Vergleich zu Dezember eine klare Abwärtstendenz zu beobachten.

Stromkunden haben nichts davon
Auf Stromkunden wirkt sich das aber nicht aus und sie haben davon nichts.
Im Gegenteil: Ihre Strompreise sind im neuen Jahr kräftig angestiegen, zumeiat mindestens bis zur Strompreisbremse von 40 Cent je kWh.
Als Ursache für den Absturz wird die Entspannung am Gasmarkt und die mittlerweile sehr gut gefüllten Gasspeicher, aber auch der deutliche Zuwachs an auf die Preise drückenden Windstrom ausgemacht.
So sank auch die Stromerzeugung aus Gas von 17.906 MWh am 16.12.22 auf 2.306 MWh am 08.01.23.
Dies und die entspannte Gasmangellage drücken zudem auf die Gaspreise, die damit derzeit zwischen 6 und 7 Cent je kWh auf Vorkriegsstand liegen.

Deutschland exportiert Stromüberschuß
Laut Bundesnetzagentur war Deutschland im Jahr 2022 erneut Netto-Stromexporteur mit insgesamt 26,28 TWh.
Dabei betrug der Export 62,05 TWh (2021: 56,99 TWh) und der Import 35,77 TWh (2021: 39,60 TWh). Der Nettoexport ist im Vergleich zu 2021 (17,39 TWh) um 51,1 Prozent gestiegen.
Der Exportüberschuss fiel mit 2.880 Mio. € in 2022 sogar höher aus als im Jahr 2021 (1.142 Mio. €).
Meldungen zufolge rechnet Netzagenturchef Klaus Müller auf Grund der veränderten Gesamtlage auch nicht mehr mit einer Verkappung von Gas in den nächsten Wochen, rechnet aber auch künftig mit Preisschwankungen.
Dennoch prognostiziert er ein Einpendeln der Preise auf das derzeitige Niveau.

Trotzdem müssen Stromkunden mehr bezahlen.
Ohnehin hat der Strompreisdeckel daran gemessen ein relativ hohes Niveau, den die Energiekonzerne gerne ausreizen.
Ob das im Vergleich zu den deutlichen Preisrückgängen auch gerechtfertigt ist, bleibt fraglich.
Während dem steilen Anstieg der Großhandelspreise im vorigen Sommer auf teils 60 bis 70 Cent je kWh waren die Konzerne mit Preiserhöhungen schnell dabei.
Auf eine genauso schnelle umgekehrte Anpassung warten die Endverbraucher möglicherweise vergebens.
Pekunia non olet.

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