DB-Tarifrunde mit GDL abgeschlossen

Gute Nachricht für Bahnkunden und Mitarbeiter

6,1-Prozent-Lohnplus in zwei Stufen plus Verbesserungen bei Arbeitszeit, Zulagen und Pausen
Laufzeit von rund zweieinhalb Jahren • gemeinsame Zukunftsinitiative für Bahnberufe – bessere Dienstplanung und Pausenregelung – bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – Personalvorstand Martin Seiler: Einigung ist starke Wertschätzung der Leistung unserer Mitarbeiter – Volle Kraft auf Agenda für eine bessere Bahn

(Frankfurt am Main, 4. Januar 2019) DB und GDL haben in der siebten Verhandlungsrunde eine Einigung erzielt. Damit ist die aktuelle Tarifrunde bei der Deutschen Bahn beendet. In der Nacht zu Freitag verständigten sich beide Seiten auf ein umfassendes Gesamtpaket. Darunter sind u.a. Lohnerhöhungen von insgesamt 6,1 Prozent über eine Laufzeit von 29 Monaten, deutliche Verbesserungen bei Arbeitszeiten und höhere Zulagen. Außerdem verabredeten DB und GDL eine Imagekampagne für Bahnberufe.

„Das neue Jahr beginnt für die Deutsche Bahn mit einer guten Nachricht für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen. Die Einigung mit der GDL ist insgesamt eine starke Wertschätzung der Leistung unserer Beschäftigten,“ erklärte DB Personalvorstand Martin Seiler. Gleichzeitig gebe die lange Laufzeit unternehmerische Planungssicherheit. „Jetzt heißt es: Volle Kraft auf unser Ziel, für unsere Kunden besser zu werden“, so Seiler weiter.

Die Einigung mit der GDL sieht u.a. vor, die Löhne in zwei Stufen um insgesamt 6,1 Prozent zu erhöhen – zum 1. Juli 2019 um 3,5 Prozent und zum 1. Juli 2020 um weitere 2,6 Prozent. Außerdem erhalten die Beschäftigten im Februar 2019 eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro (460 Euro für Auszubildende und Dual Studierende). Zum 1. Januar 2021 erhalten die Beschäftigten anstelle der zweiten Stufe der Lohnerhöhung weitere Wahlmöglichkeiten (mehr Urlaub oder mehr Freizeit).

DB und GDL haben zudem Verbesserungen bei Arbeitszeitregelungen vereinbart, die Mitarbeitern mehr Entlastung bringen: Die Jahresarbeitszeit wird für die Einzelnen transparenter, Pausenregelungen werden optimiert. Die Zulagen für Arbeit in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen werden zum Januar 2020 erhöht.

Weitere Ergebnisse des Tarifabschlusses zwischen DB und GDL:

Laufzeit: Die Tarifverträge laufen 29 Monate und gelten rückwirkend ab dem 1. Oktober 2018 bis zum 28. Februar 2021.

„Zukunftsperspektive Zugpersonal“: Die gemeinsame Initiative von DB und GDL will Bahn-Berufsbilder weiterentwickeln und vor dem Hintergrund von neuen Arbeitswelten und Digitalisierung fit für die Zukunft machen. Ziel ist es auch, die Attraktivität der Berufe in der Bahnbranche zu steigern. Dafür ist u.a. eine Imagekampagne für die Berufe des Zugpersonals geplant.

Arbeitszeit/Pausen: Die verbesserte Arbeitszeitkontenstruktur macht die Jahresarbeitszeit für die Mitarbeiter durch die Einführung eines Ausgleichskontos transparenter. Des Weiteren werden Pausen auf dem Zug auf festgelegte betriebliche Sondersituationen beschränkt. Kurzpausen werden schrittweise reduziert.

Regelung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Für das Zugpersonal wird tarifvertraglich präzisiert, dass in Zeiten von mobilen Endgeräten im betrieblichen Alltag zwischen Arbeitszeit und Freizeit deutlicher getrennt wird. Im Tarifvertrag wird klargestellt, dass Mitarbeiter außerhalb von Arbeitszeiten und Rufbereitschaften nicht erreichbar sein müssen.

Zulagen: Die Zulagen für Arbeit in der Nacht, am Sonntag und am Feiertag werden ab 1.1.2020 deutlich erhöht. Die Zulagensystematik wurde für alle Tätigkeiten des Zugpersonals vereinheitlicht. Zusätzlich wird die Überzeitzulage für geleistete Überstunden statt am Jahresende bereits vierteljährlich ausgezahlt.

Rechtsschutz für Mitarbeiter: Mitarbeiter mit Kundenkontakt erhalten vom Arbeitgeber Unterstützung, um zivilrechtliche Ansprüche aus der Arbeitstätigkeit (zum Beispiel Schadensersatz oder Schmerzensgeld) gegenüber Dritten geltend zu machen.

Regelung für den Personalübergang bei Betreiberwechsel: Die Tarifpartner haben sich auf einheitliche Spielregeln verständigt, die für die Mitarbeiter gelten, wenn ein Verkehrsvertrag von einem Anbieter im Regionalverkehr an einen anderen Anbieter geht. Damit wird Rechtssicherheit geschaffen und gleichzeitig werden Ansprüche eines Mitarbeiters beim Wechsel zu dem neuen Arbeitgeber gesichert.

Betriebliche Altersvorsorge: Künftig können Überstunden auch für die betriebliche Altersvorsorge umgewandelt werden. Außerdem wird der Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersvorsorge um 1,1 Prozent steigen.

Die Zukunft des Zugpersonals gestalten

Laut der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben nach sieben Verhandlungsrunden und dem zwischenzeitlich drohenden Scheitern der Verhandlungen die GDL und die Deutsche Bahn die Tarifverhandlungen am 4. Januar 2019 in Frankfurt am Main erfolgreich beendet.

Die GDL zeigte sich mit den erzielten Ergebnissen außerordentlich zufrieden. „Trotz mancher Turbulenzen verliefen die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber überwiegend konstruktiv und in einer sachdienlichen, lösungsorientierten Atmosphäre“ so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. „Das nun vorliegende Tarifpaket enthält erhebliche Verbesserungen in allen vitalen Belangen des Zugpersonals.“

Den Wandel gestalten

Die Hauptsorge der GDL galt in dieser Tarifrunde den Berufsbildern des Zugpersonals. Der demografische und digitale Wandel stellt Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Trainer und Disponenten vor große Herausforderungen. Um diese erfolgreich zu gestalten, haben GDL und DB gemeinsam die „Zukunftsperspektive Zugpersonal“ ins Leben gerufen. Dabei gilt es, die Berufe des Zugpersonals gemeinsam weiterzuentwickeln und die Beschäftigten in ihren Veränderungs- und Anpassungsprozessen aktiv zu begleiten. Im Ergebnis sollen daraus Qualifikation, Verantwortung, Aufgaben und die Entgelthöhe in einen sachgerechten Einklang gebracht werden. „Mit diesen Themen erhöhen wir nicht nur die Attraktivität der Berufe, sondern schaffen eine echte Zukunftsperspektive“, so Weselsky. Erstmals ist es in diesem Zusammenhang auch gelungen, Besetzungsnormen sowohl im Hinblick auf die Qualifizierungsstandards als auch auf die Anzahl der Beschäftigten auf dem Verhandlungsweg verbindlich zu verankern. Künftig sind zusätzlich zum Lokomotivführer auf jedem ICE mindestens zwei Betriebseisenbahner mit der entsprechenden Qualifikation und auf jedem IC mindestens ein Betriebseisenbahner einzusetzen.

Exakte Trennung von Berufs- und Privatleben

GDL und Arbeitgeber sind sich auch darüber einig, dass angesichts der immer schwieriger werdenden Situation auf dem Arbeitsmarkt die Attraktivität der Berufe des Zugpersonals gesteigert werden muss. Ein zentraler Baustein ist hierbei die exakte Trennung von Berufs- und Privatleben. Hierzu haben die Tarifvertragsparteien unter dem Motto „Schalt mal ab“ klare Regelungen vereinbart. Demnach besteht für das Zugpersonal außerhalb seiner Arbeitszeit ein unanfechtbarer Anspruch auf Nicht-Erreichbarkeit. Dies gilt vor allen Dingen im Hinblick auf die voranschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt und die allseits bekannten Gefahren einer permanenten Erreichbarkeit und Inanspruchnahme.

„Der Dreiklang aus Leistung, Qualifizierung und Verantwortung kommt damit endlich wieder in das Gleichgewicht “, so Weselsky. Deshalb wurde das Zulagensystem für das gesamte Zugpersonal strukturell deutlich verbessert. Wesentlich höhere Zulagen tragen der Belastung der Beschäftigten durch den Schicht- und Wechseldienst Rechnung und verbessern die Attraktivität.  

Spezielle Tarifverträge für spezielle Berufe

Um Leistung und Verantwortung fair abzubilden, steigt beispielsweise das Entgelt für Berufseinsteiger beim Lokomotivführer zum 1. Juli 2019 von derzeit 2 740 auf 2 950 Euro. In der Laufzeit des Tarifvertrages überschreitet dann das Entgelt deutlich die Schwelle von 3 000 Euro. „Beide Seiten sind sich darüber einig, dass dies ein wichtiger Schritt ist, um die Attraktivität zu steigern und dadurch den dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen“ so Weselsky. „Im Übrigen benötigen spezielle Berufe spezielle Tarifverträge – und an dieser Stelle haben wir hervorragende Ergebnisse erzielt. Zum Beispiel haben wir im Zulagensystem ein zusätzliches Volumen von 1,5 Prozent mit Wirkung zum 1. Januar 2020 vereinbart.“  

Lineare Entgelterhöhungen

Daher ist es für die GDL kein Problem, dem Wunsch des Arbeitgebers nach gleichen linearen Entgelterhöhungen für alle Beschäftigten zu entsprechen. Im Ergebnis sind dies 1 000 Euro Einmalzahlung im Februar 2019, 3,5 Prozent Entgelterhöhung im Juli 2019, eine Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge von 2,2 auf 3,3 Prozent zum 1. Januar 2020 und eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozent im Juli 2020 bei einer Laufzeit von 29 Monaten inklusive der Möglichkeit, die Entgelterhöhung in Freizeit umzuwandeln. 

Die mit dem Ziel ein niedrigeres Tarifniveau abzubilden gegründete Start Deutschland GmbH und ihre Töchter werden auf dem Marktniveau 1:1 von der GDL tarifiert.

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