Mehr Leistung – Mehr Lohn – 7,5 Prozent

 

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat der Deutschen Bahn am gestrigen Donnerstag ihre Forderungen zur Tarifrunde 2018 übergeben.

Die GDL fordert eine Entgelterhöhung von 7,5 Prozent. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Diese Tarifrunde steht unter dem
Motto ‚Mehrwert durch Wertschätzung‘ und wir verlangen damit auch eine Verbesserung der Unternehmenskultur. Erstmals gehen wir in eine Tarifrunde und fordern feste Besetzungsnormen für die Züge des Fern- und Nahverkehrs. Dabei haben wir bewusst eine zweijährige Laufzeit vorgesehen, damit wir eine planbare, verlässliche Größe zur Grundlage haben.“

Zulagenerhöhung und bessere Arbeitszeitregelungen

Gleichzeitig müssen die Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit deutlich erhöht werden. Die Nachtarbeitszulage soll 25, die Sonntagszulage 35 und die Feiertagszulage 50 Prozent des Stundenlohns betragen, was einer Steigerung von rund zwei Prozent entspricht. Die Zulage für Überstunden soll künftig 25 Prozent des individuellen Stundenlohns betragen und muss monatlich statt jährlich gezahlt werden. „Die Mehrarbeit und die Nacht- und Wochenendschichten der Lokomotivführer und Zugbegleiter müssen besser honoriert werden, denn spezielle Arbeitsbedingungen erfordern auch Tarifnormen für Spezialisten. Daran führt kein Weg vorbei, denn das Zugpersonal arbeitet an 365 Tagen im 24-Stundenrhythmus rund um die Uhr“, so Weselsky. Darüber hinaus fordert die GDL bessere Arbeitszeitregelungen. Der GDL-Bundesvorsitzende: „Es muss Schluss sein mit Kurzpausen, Ruhezeitverkürzung und Pausen auf dem Zug. Die Überbelastung muss reduziert werden. Sie führt im Endeffekt zu noch mehr Ausfall durch erhöhten Krankenstand oder Fahrdienstuntauglichkeit, den die verbleibenden Kollegen dann wieder schultern müssen.“

Mehr Teilnahme am sozialen Leben

Die individuellen Möglichkeiten, statt Vergütung mehr Urlaub zu wählen, sollen weiter ausgebaut werden. Zukünftig sollen die Arbeitnehmer weit mehr Optionen haben als bisher. Auch die Planung der Arbeitszeit soll weiter verbessert werden. Nachdem die GDL in der Tarifrunde 2016/2017 neue Regelungen zu einer verlässlichen Arbeitszeitplanung vereinbart hat, geht es nun um deren Ausbau. „Verlässliche Planbarkeit von Arbeitszeit und Freizeit wird immer wichtiger. Auch die Mitarbeiter des Zugpersonals sollen trotz unregelmäßiger Schicht- und Wechselarbeit am sozialen Leben teilnehmen können und mehr Zeit für ihre Familien und ihre persönlichen Interessen haben. Ansonsten müssen wir noch ewig neue Leute suchen“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Insgesamt hat die GDL 38 Forderungen gestellt.

Weselsky: „Wir gehen zuversichtlich in die Tarifverhandlungen, die am 12. Oktober 2018 in Berlin beginnen.“

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